Mehr als 130 Kinder in fünf Klassen bilden ab sofort den ersten Jahrgang der Bertolt-Brecht-Schule. Seelzes Schullandschaft erlebt dadurch eine entscheidende Veränderung und verabschiedet sich vom dreigliedrigen Schulsystem. Eltern und Schüler können künftig nur noch zwischen Gymnasium und IGS wählen.

Seelze

Kein Platz blieb am Freitagmittag bei der Einschulung des ersten IGS-Jahrgangs im Forum des Schulzentrums unbesetzt. Dicht gedrängt standen Eltern, Großeltern und Geschwister beisammen, im Zentrum blickten die neuen Fünftklässler aufgeregt und erwartungsvoll auf die Bühne. Nach einem fetzigen Auftakt der Rockband-AG mit Ed Sheerans „Shape of You“ begrüßte die kommissarische Schulleiterin Regina Schlossarek-Aselmeyer den ersten Jahrgang der Bertolt-Brecht-Schule, die ab sofort als erste Integrierte Gesamtschule in der Obentrautstadt ihren Betrieb aufnimmt.

„Niemand wird zurück gelassen, jeder wird mitgenommen“, erläuterte Schlossarek-Aselmeyer in ihrer Begrüßungsrede das Motto der Bertolt-Brecht-Schule. „Unsere Schule ist offen für alle. Modern, farbenfroh und ein Ort zum Wohlfühlen“ machte die Schulleiterin den Neuankömmlingen Mut für die neue Schulzeit. Damit die Fünftklässler die Räume der IGS auch erkennen, ist der Trakt farblich von der Humboldtschule abgegrenzt. Als logische Konsequenz daraus, dass sowohl die Haupt- als auch die Realschule keine neuen Jahrgänge mehr einschulen und auslaufen hat die Planungsgruppe sich für die Farbe grün entschieden – eine Mischung aus gelb und blau, die bisher die Humboldt- und Geschwister-Scholl-Schule symbolisiert haben. „Grün steht außerdem für Naturverbundenheit, Wachstum und Frische“, ergänzte Schlossarek-Aselmeyer. Seine Naturverbundenheit wird der erste IGS-Jahrgang in der kommenden Woche auch durch das Pflanzen eines Baumes demonstrieren, „den Baum der Grundsteinlegung“.

 Lobend über die zügige Erarbeitung des Konzepts für die neue Gesamtschule äußerte sich auch Hans-Joachim Bahr von der Niedersächsischen Landesschulbehörde. „Sie haben in einer arbeitsintensiven Zeit inhaltliche Grundlagen dafür geschaffen, dass diese Schule heute an den Start gehen kann“, sagte der schulfachliche Dezernent. „Damit haben sie eine nicht unerhebliche Doppelbelastung gemeistert“, so Bahr weiter. Er sei zuversichtlich, dass der Planungsgruppe der Übergang in ein Lehrerkollegium auf einer Basis von Vetrauen, Respekt und Wertschätzung gut gelinge.
Ein Präsent im Bilderrahmen hatte Bürgermeister Detlef Schallhorn im Gepäck. „Es ist ein Plakat mit dem Namen der Schule im Miniaturformat. Ihr bekommt aber noch ein richtig großes“, versprach der Rathauschef.

Im Anschluss an die offizielle Begrüßung im Forum folgte ein erster Rundgang durch die neuen Klassenräume. Am Ende ihres ersten Schultages schickten alle neuen Fünftklässler schließlich einen Luftballongruß in Richtung Himmel.