Seelze. Die Mitglieder von Seelzes Ortsrat möchten wieder ihren Beitrag für eine saubere Stadt leisten. „Noch nachhaltiger, als selbst sammeln zu gehen, ist die Einbindung der Schulen, ihrer Lehrer und Schüler“, sagt Ortsbürgermeister Alfred Blume. Schließlich sei die Umweltbildung ein bedeutendes Unterrichtsthema. Deshalb plant der Ortsrat gemeinsam mit den örtlichen Schulen eine Aktion, die das Umweltbewusstsein der Schüler weiter schärfen soll. „Natürlich geht es nicht darum, dass die Kinder und Jugendlichen Aufgaben der Stadtreinigung übernehmen sollen“, erläutert der stellvertretende Bürgermeister Werner Brzuska den gedanklichen Ansatz. Vielmehr ginge es ums Hinsehen, um die Schärfung der Wahrnehmung und um Müllvermeidung als

gemeinsames Ziel für alle Seelzer. „Selbstverständlich sehen die Schüler irgendwo alte Dosen, Papiertüten oder andere Verpackungen herumliegen. Aber sie nehmen sie nicht bewusst wahr“, sagt IGS-Leiterin Regina Schlossarek-Aselmeyer. Mit der Müllwegaktion, die am Freitag, 20. April, um 8 Uhr beginnt,
wollen der Ortsrat, Bertolt-Brecht- Gesamtschule und die Regenbogenschule das Bewusstsein der Schüler für den eigenen Umgang mit Müll auf dem täglichen Schulweg sowie in der persönlichen Lernumgebung sensibilisieren. So wird es während des Aktionstages abgesteckte Reviere geben, in denen Klassenverbände den Unrat aufsammeln. Auch die Klassenzimmer, Flure und die Pausenhöfe werden unter die Lupe genommen und bei Bedarf entmüllt. „In unserer Regenbogenschule praktizieren wir schon lange ein durchdachtes Müllkonzept“, berichtet Schulleiterin Martina Köhler.

In jedem Klassenraum der Grundschule gibt es Behälter für Papier, Kunststoff und Restmüll. Glas wird dagegen nicht gesammelt, weil es im Schulalltag kaum eine Rolle spielt. „Es wandert höchstes in Form einer Trinkflasche zwischen dem Elternhaus und der Schule hin und her“, so Köhler. Bei dem gemeinsamen Schulfrühstück wird außerdem darauf geachtet, dass keine Brotdosen und Tetrapacks auf den Schulhof mitgenommen werden, „weil die dort nur rumfliegen und beim Spielen stören würden“. Fragen Viertklässler dagegen immer noch, was denn in die gelbe Tonne soll, weiß die Pädagogin, dass zu Hause wohl auf Mülltrennung wenig Wert gelegt wird. Am 20. April soll der übliche Schulweg vom Bahnhof und den Bushaltestellen in Richtung Schulen aufmerksam vom Müll befreit werden, das Seelzer Polizeikommissariat kooperiert ebenfalls und wird ein Auge auf die Sicherheit der Schülergruppen haben.

Die rosa Tüten mit dem Aufdruck „rausgeputzt“ der Abfallwirtschaft Region Hannover sind schon angefordert und werden auch an interessierte Erwachsene an der Bushaltestelle Humboldtstraße abgegeben. Von 8 bis 13 Uhr wird dort ein Ansprechpartner zu finden sein, der auch darüber informiert, wo die gefüllten Mülltüten wieder abgegeben werden können. Die Müllaktionen des Ortsrates haben in Seelze schon zehn Jahre Tradition. Nachdem sich die freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr ausgeklinkt hatte, wollen jetzt die Schüler Verantwortung für eine saubere Umwelt übernehmen. Und beim Müllvermeiden und -aufsammelnist abgucken ausnahmsweise erlaubt