Regina Schlossarek-Aselmeyer hat die Gründung der neuen Integrierten Gesamtschule (IGS) nicht nur mit geplant, sie hat die Schule auch von Anfang an geleitet – bislang kommissarisch. Am Mittwoch ist sie offiziell als Schulleiterin bestätigt worden.

Seelze.

Regina Schlossarek-Aselmeyer leitet nun auch offiziell die Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Am Mittwoch erhielt sie aus den Händen des zuständigen Dezernenten der Landesschulbehörde Hannover, Carsten Milde, die Verfügung. Schlossarek-Aselmeyer hatte dieses Amt bisher kommissarisch inne. Milde gratulierte ihr in Anwesenheit des Kollegiums zu „dieser neuen, alten Funktion“. Die Verfügung sei der zeremonielle Start in eine Aufgabe, die die Pädagogin längst ausfülle. Er räumte ein, dass der Rahmen etwas schmucklos sei. Dies läge einerseits daran, dass die „Arbeit noch vor einem liegt“, andererseits kämen die Verfügungen häufig erst kurzfristig.

Das Kollegium ist bei der Übergabe der Verfügung dabei. Quelle: Thomas Tschörner

Schulleiterin war schon bei Planung dabei

„Lange habe ich auf diesen Moment warten müssen“, sagte Schlossarek-Aselmeyer. Vor rund drei Jahren, am 15. August 2016, habe sie sich auf die Leitung der Planungsgruppe zur Errichtung der vom Rat beschlossenen Integrierten Gesamtschule (IGS) in SeelzesSchulzentrum beworben, zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Leiterin der Realschule. Nach der erfolgreichen Bewerbung war die Pädagogin Seelzes einzige Schulleiterin in Doppelfunktion. „Warum habe ich das seinerzeit gemacht, wo ich mich doch in einem Alter befinde, wo man sich so langsam auf den Ruhestand vorbereitet?“, fragte Schlossarek-Aselmeyer. So habe sie sich nie verstanden, gab sie gleich selbst die Antwort. Schule sei und müsse immer wandelbar sein, Stillstand dürfe es nicht geben.

Stärken der Schüler sollen gefördert werden

„Ich wollte eine Schule gründen, die sich nicht am Fehler des Menschen orientiert“, sagte sie. Vielmehr sei es ihr immer wichtig gewesen, an den Stärken des Einzelnen zu arbeiten und sie zu fördern. Der Satz „Niemand wird zurückgelassen, alle werden mitgenommen“ sei der zentrale Grundgedanke der pädagogischen Arbeit an der neu gegründeten IGS, die am 1. August 2017 den Betrieb aufgenommen hatte.

Namensgebung war umstritten

Aselmeyer erinnerte daran, dass die Namensgebung der Schule nicht leicht war. Bei einigen Ratsmitgliedern gab es Bedenken gegen Bertolt Brecht, vor allem wegen seiner Zeit in der DDR. Schließlich entschied sich der Rat im März 2017 mehrheitlich für den Namen Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Brecht habe in seinem vielfältigen Werk erzieherisch gewirkt, sagte Schlossarek-Aselmeyer. Der Autor sei ein Vorkämpfer für benachteiligte Gruppen gewesen, niemand sollte ausgegrenzt werden, alle sollten mitgenommen werden. Die IGS sei zwar erfolgreich aufgebaut worden, sie sei aber noch nicht fertig. Die Schulleiterin sei aber überzeugt, dass in sieben Jahren dem ersten Jahrgang der Schule die Abiturzeugnisse ausgehändigt werden können.

Lob gab es für die stellvertretende IGS-Leiterin Rebekka Amthor und die didaktische Leiterin Stefanie Schebitz sowie den stellvertretenden Realschulleiter René Ben Amor, die Schlossarek-Aselmeyer während ihrer schweren Erkrankung im vergangenen Jahr vertreten hatten. Auch da habe sie Haltung gezeigt, sagte Milde. Vier Tage nach ihrer Diagnose sei sie zwar erschüttert, aber mit einem vollständigen Plan, wie ein Jahr ohne sie als Leiterin absolvierbar wäre, in der Schulbehörde erschienen. Er wünsche Schlossarek-Aselmeyer, dass sie weiter selbstbewusst und mit Leidenschaft ihre Rolle als Schulleiterin ausfüllen könne.

Von Thomas Tschörner

Quelle: https://www.haz.de/Umland/Seelze/Seelze-Regina-Schlossarek-Aselmeyer-leitet-jetzt-offiziell-die-IGS